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Wissensbeitrag

IATF 16949: Materialnachweise in der Automobilzulieferung

IATF 16949 stellt hohe Anforderungen an Materialnachweise und Rückverfolgbarkeit. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Anforderungen für Tier-1- und Tier-2-Zulieferer.

Was ist IATF 16949?

IATF 16949 ist der internationale Qualitätsmanagement-Standard der Automobilindustrie. Er basiert auf ISO 9001:2015 und ergänzt ihn um automotive-spezifische Anforderungen der IATF (International Automotive Task Force), in der die führenden OEMs organisiert sind.

Für Werkstoffzeugnisse ist IATF 16949 besonders relevant, weil die Norm lückenlose Rückverfolgbarkeit von Materialien bis zur Rohstoff- Charge und lange Aufbewahrungsfristen fordert.

Kernforderungen an Werkstoffzeugnisse

Klausel 7.5.3.2 — Dokumentierte Informationen

Konformitätsnachweise für eingekaufte Produkte und Dienstleistungen müssen dokumentiert und aufbewahrt werden. Werkstoffzeugnisse sind explizit als Nachweis anzusehen.

Klausel 8.4.1 — Steuerung externer Anbieter

Lieferanten müssen überwacht und bewertet werden. Fehlende oder falsche Zeugnisse gelten als Lieferanten-Abweichung und sind im APQP-Prozess zu behandeln.

Klausel 8.5.2 — Identifikation und Rückverfolgbarkeit

Jedes Safety-Bauteil (SC, CC) muss bis zur Materialcharge rückverfolgbar sein. Werkstoffzeugnisse bilden die Basis dieser Rückverfolgbarkeit.

Kundenspezifische Anforderungen (CSR)

VDA, AIAG und andere OEM-spezifische Anforderungen ergänzen IATF 16949 und können strengere Zeugnis-Typen, kürzere Audit-Fristen oder spezifische Formatanforderungen enthalten.

Werkstoffzeugnisse im PPAP

Der Production Part Approval Process (PPAP) fordert in Level 3 und höher Werkstoffzeugnisse als Teil der Dokumentation:

  • ·Material/Substanz-Konformitätsdaten (IMDS-Eintrag + Werkstoffzeugnis)
  • ·Abnahmeprüfzeugnis 3.1 für Rohmaterialien und Halbzeuge
  • ·Nachweis über Konformität mit Kundenzeichnung und Materialspezifikation
  • ·Bei Safety-/Function-critical Parts: Chargen-Nachweis

FAQ

Welche IATF 16949 Klausel betrifft Werkstoffzeugnisse direkt?

IATF 16949 Klausel 7.5.3.2 fordert dokumentierte Informationen über die Konformität eingekaufter Materialien. Ergänzt wird dies durch kundenspezifische Anforderungen (CSR) von OEMs wie VW, BMW oder Toyota.

Was sind Customer Specific Requirements (CSR) im Zusammenhang mit Zeugnissen?

OEM-Kunden definieren oft eigene Anforderungen über IATF 16949 hinaus. VDA (VW, Audi, BMW) und AIAG (GM, Ford, Chrysler) haben unterschiedliche Anforderungen an Zeugnis-Typen, Aufbewahrungsfristen und Auditierbarkeit.

Wie lange müssen Werkstoffzeugnisse nach IATF 16949 aufbewahrt werden?

Ohne spezifische CSR gilt: bis Ende des Produktlebenszyklus plus Aufbewahrungsfrist des Kunden — oft 15 Jahre für Serienmaterial, bei Safety-Parts bis zu 30 Jahre.

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