Wareneingangs-Checkliste Werkstoffzeugnisse (EN 10204)
Drei Seiten, eine Tabelle, ein klarer Ablauf: vom Bestellabgleich über Schmelzen- und Chargennummer bis zur Ablage und Rückverfolgbarkeit. Mit Spalte „Beleg/Hinweis“ für jede Prüfung dokumentierbar — passt zu jeder EN-10204-Zeugnisart (2.1, 2.2, 3.1, 3.2) und zu EN 1090-2.
- ✓Bestellabgleich & Zeugnisart — stimmt 2.1 / 2.2 / 3.1 / 3.2? Stimmt die Norm-Ausgabe?
- ✓Kennzeichnung am Material — Schmelzen- / Chargennummer, Werkstoff-Kurzzeichen, Abmessungen
- ✓Inhaltsprüfung gegen Bestellspezifikation — chemische Zusammensetzung, mechanische Kennwerte (Re, Rm, A, KV), Produktnorm, Sachkundiger
- ✓Ablage & Rückverfolgbarkeit — Kenntnisübertragung beim Zuschnitt, Digitalisierung, Aufbewahrungsfrist
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So nutzen Sie die Checkliste
Die Reihenfolge folgt dem Materialfluss: zuerst prüfen Sie, ob das gelieferte Zeugnis zur Bestellung passt (Zeugnisart, Norm-Ausgabe, Vollständigkeit). Dann verifizieren Sie die Kennzeichnung am Material selbst (Schmelzennummer, Werkstoff, Abmessungen). Im dritten Block gleichen Sie die im Zeugnis ausgewiesenen Werte gegen die Bestellspezifikation ab. Zuletzt dokumentieren Sie Ablage und Rückverfolgbarkeit — entscheidend für jede spätere Audit- oder Reklamationsanfrage.
Worauf bei EN-1090-2-Stahlbauteilen besonders achten?
EN 1090-2:2018 Tabelle 1 fordert für Baustähle über S275 (zum Beispiel S355, S460) sowie für Stahlguss unabhängig von der Ausführungsklasse ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1. Die Materialnachweise nach EN 1090-2 werden damit zum Pflicht-Prüfpunkt im Wareneingang. Die Checkliste enthält deshalb eigene Zeilen für Schmelznummer, Stempel/Unterschrift und Produktnorm-Verweis.
Checkliste + digitale Zeugnisverwaltung
Wer die Prüfschritte nicht jedes Mal aufs Neue auf Papier abhakt, sondern in einem digitalen Zeugnis-Archiv ablegt, verkürzt die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und ist bei Audits vorbereitet. Im ZeugnisManager ist jeder Prüfschritt mit einem Klick dokumentierbar und das Zeugnis sofort mit Bestellung, Charge und Bauteil verknüpft.
Häufige Fragen
Wann ist die richtige Zeugnisart zu prüfen?
Erster Schritt im Wareneingang: Stimmt der gelieferte Zeugnistyp (2.1, 2.2, 3.1 oder 3.2 nach EN 10204:2004) mit der Bestellanforderung überein? Bei 3.1 ist zusätzlich zu prüfen, dass Stempel und Unterschrift eines vom Fertigungsbereich unabhängigen Sachkundigen vorliegen.
Wie kontrolliere ich chemische und mechanische Kennwerte?
Die im Zeugnis ausgewiesenen Messwerte (chemische Zusammensetzung, Re, Rm, A, ggf. KV) werden gegen die Anforderungen der jeweils geforderten Produktnorm abgeglichen — etwa EN 10025-2 für warmgewalzte Baustähle. Bei Werten außerhalb des zulässigen Bereichs ist eine Reklamation einzuleiten.
Was bedeutet EN 1090-2 für den Wareneingang?
EN 1090-2:2018 fordert in Tabelle 1 für Baustähle über S275 (z. B. S355, S460) und für Stahlguss unabhängig von der Ausführungsklasse ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1. Die Zeugnisart und die Chargen-/Schmelzennummern-Verfolgbarkeit gehören damit zu den Pflicht-Prüfpunkten im Wareneingang von Stahlbauteilen.
Wie lange müssen Werkstoffzeugnisse aufbewahrt werden?
Die Aufbewahrungsfrist ergibt sich aus dem einschlägigen Bauordnungsrecht, EN 1090-2, kundenspezifischen Vorgaben und dem eigenen QM-Handbuch. Eine digitale Ablage mit Verknüpfung zur Schmelzennummer macht die Auffindbarkeit über Jahrzehnte praktikabel.
Werkstoffzeugnisse digital prüfen und ablegen
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